BuiltWithNOF
Vitamine

 

Vitamine – Gesundheit aus der Dose?

 

Vitamine sind gesund, das weis jeder! Wer will nicht etwas für seine Gesundheit tun. Und natürlich soll auch das Pferd gesund sein. Kaum ein Bestandteil der Nahrung ist so positiv belegt wie die Vitamine. So ist es kein Wunder, dass eine rührige Industrie ein unüberschaubares Sortiment an vitaminhaltigen Ergänzungsfuttermitteln anbietet.

Die Zufütterung solcher Präparate soll alles Steigern, von der Abwehrkraft gegen Infektionen bis zur Leistung im Sport. Alles ist ganz einfach. Täglich einen großen Messbecher „Super Equivit X 2000 forte“ ins Futter und schon hat man alles für sein Pferd und sein gutes Gewissen getan. Diese einfache Lösung aller Probleme hat natürlichen Preis.

Vitamine sind für das Pferd wirklich notwendig. Was aber bewirken sie im Pferd und wie wird das Pferd am Besten mit Vitaminen versorgt?  

 

Definition

Als Vitamine hat man eine Gruppe essentieller Nährstoffe bezeichnet, die der höhere Organismus nur in sehr kleinen Mengen benötigt, aber nicht selbst synthetisieren kann. Ihr Fehlen in der Nahrung führt zu Erkrankungen, die Avitaminosen genannt werden.

Bei den Vitaminen handelt es sich um organische Substanzen. Se sind zum Teil Bestandteile von Coenzymen, teilweise haben sie die regulierende Wirkung von Hormonen zu unterstützen. Vitamin A (Retinol) erfüllt außerdem noch eine Funktion beim Sehvorgang. 

 

Funktion

Im Körper laufen ständig biochemische Reaktionen ab. Nahrungsbestandteile müssen in ihre Bestandteile zerlegt werden. Diese Bestandteile müssen zu körpereigenen Verbindungen aufgebaut und in Gewebe eingebaut werden. Teilweise werden Verbindungen gespeichert und müssen bei bedarf wieder mobilisiert werden. Um überhaupt reagieren zu können müssen reaktionsträge Verbindungen aktiviert werden. Diese Reaktionen laufen im Körper unter der Einwirkung von Enzymen, die als Stoffwechselkatalysatoren wirken. Die Coenzyme haben für diese Enzyme Hilfsfunktionen. Fehlt ein Coenzym, so sind alle Stoffwechselwege, an denen es beteiligt ist gestört.

Sind die Vitamine mit Coenzymfunktion in ausreichender Menge vorhanden, bringt auch die Zufütterung weiterer B-Vitamine keine Leistungssteigerung des Stoffwechsels. 

Die Vitamine werden unterteilt in wasserlösliche und fettlösliche Vitamine

 

 

 

Wasserlösliche Vitamine

 

Thiamin (Vitamin B1; Aneurin)

Das Vitamin wird in der Leber zu Thiaminpyrophosphat phosphoryliert, das als Coenzym C2-Reste überträgt. Thiamin spielt eine wichtige Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel.

Bei Mangel von Thiamin treten bevorzugt nervöse Störungen auf, da – bedingt durch die Funktion des Vitamins – der Kohlenhydratstoffwechsel beeinträchtigt und das Nervensystem auf normale Glukoseverwertung angewiesen ist.

Das Pferd ist, wie bei allen Vitaminen der B-Gruppe nicht auf die Zufuhr der Vitamine über die Nahrung angewiesen. Thiamin wird von der Darmflora gebildet.

Vitamin B1-Mangel tritt nur dann auf, wenn die Pferde Pflanzen aufnehmen, die Enzyme enthalten, die das Thiamin zerstören. Sumpfschachtelhalm und Adlerfarn sind solche Giftpflanzen. Die Thiaminasen sind auch im Heu noch wirksam. Erst wenn die Tiere das Gift über einen Zeitraum von 20 bis 30 Tage aufgenommen habe kommt es zu Vergiftungserscheinungen. Da sie Nervenzellen besonders empfindlich für Störungen im Zuckerhaushalt sind, stehen Symptome des zentralen Nervensystems im Vordergrund. Wird die Vergiftung nicht erkannt, kann sie tödlich enden!

Den Verdacht auf Vitamin B1-Mangel kann eine gezielte Blutuntersuchung erhärten. Bei Thiaminmangel steigt die Konzentration von Brenztraubensäure und Milchsäure an.

Die Pflege der Weiden und des Grünlandes, von dem das Futter für den Winter gewonnen wird  ist die beste Vorbeuge gegen Vergiftungen mit Sumpfschachtelhalm und Adlerfarn.  

 

Nicotinsäureamid

Das Nicotinsäureamid ist Bestandteil zweier Cooxyreduktasen, der Nicotinamidadenindinucleotid  (NAD+) und der Nicotinamidadenindinucleotidphosphat (NADP+), die bei zahlreichen Oydoreduktionen in Mitochondrien und im Zytoplasma der Zelle verantwortlich sind. NADP+ wird für die Übertragung von Wasserstoff im Rahmen zahlreicher Synthesen eingesetzt.

 

NAD+ bzw. NADP+-------------- NADH bzw. NADPH

 

Da die Coenzyme bei vielen unterschiedlichen Synthesen eine Rolle Spielen, sind die Mangelerscheinungen vielfältig. Sie reichen von Wachstumsstörungen über Hautveränderungen bis zu Störungen im Bereich des Nervensystems.

 

Riboflavin (Vitamin B2, Lactoflavin)

 

Riboflavin ist ebenfalls Bestandteil zweier Carboxyreduktasen, dem Flavinmononucleotid (FMN) und dem Flavinadenindinucleotid (FAD+).

Viele dieser Flavinenzyme sind direkt in Membranstrukturen z.B. in der inneren und äußeren Mitochondrienmembran eingebaut. Ihre Funktion liegt hauptsächlich im Energiestoffwechsel.

Riboflavin spielt eine Rolle im Fettsäurenstoffwechsel, der Aminosäurenoxidation. Sie nehmen am Zitratzyklus und an der Atemkette teil.

In der Netzhaut findet siech eine hohe Konzentration von Riboflavin. Eine Beteiligung des Vitamin B2 am Sehvorgang ist wahrscheinlich.

Mangelerscheinungen sind nur experimentell zu erzeugen. Auf Grund der Beteiligung an vielen Stoffwechselprozessen sind die Mangelerscheinungen wie bei Nicotinsäureamid unspezifisch.

 

Folsäure

Folsäure ist in grünen Blättern reichlich enthalten. (lateinisch Folium = das Blatt). Folsäure ist ein Provitamin. Die wirksame Form, die Tetrahydrofolsäure (TH4) entsteht erst im Organismus.

TH4 ist ein Coenzym, das C1-Reste (Methyl- und Formylgruppen) überträgt. TH4 ist an der Purinsynthese, dem Histidinstoffwechsel, dem Glycin- und Serinstoffwechsel und der Methionin-Cholin-Synthese beteiligt.

 

Sulfonamide hemmen das Bakterienwachstum. Langzeittherapie mit Sulfonamiden kann durch die fehlende Produktion von Folsäure durch die Darmbakterien zu Mangelerscheinungen führen.

 

Biotin

Die Darmflora des Pferdes produziert ausreichend Biotin. Die Zufütterung von Biotin schafft viele Arbeitsplätze in der boomenden Industrie für Futtermittelzusätze, aber keine besseren Hufe.

Biotinmangel  lässt sich nur experimentell erzeugen. Dazu verfüttert man Rationen, die 20   bis 30% Eiklar in der Ration enthalten. Eiklar enthält Proteine, die Biotin fest binden.

Auch bei Biotin sind die Ausfallserscheinungen unspezifisch. Im Vordergrund stehen Hautveränderungen.

 

Pantothensäure

Die D-Form ist Baustein eines Coenzyms, das für die Übertragung von C2-(Acetat-)-Resten verantwortlich ist. Es wird auch für die Aktivierung langkettiger Fettsäuren verwendet. Das Enzym wird als Coenzym-A bezeichnet

Mangelerscheinungen sind Wachstumsstillstand, Graufärbung der Haare, nervöse Störungen

 

Vitamin C

Die Ascorbinsäure ist nur für Mensch, Primaten und Meerschweinchen als Vitamin anzusehen. Alle anderen Tiere synthetisieren die Ascorbinsäure aus Glucuronsäure.

 

Vitamin E (α-Tocopherol)

 

Vitamin E ist der Gruppenname für eine Reihe in der Natur vorkommender Verbindungen, die man als Tocopherole bezeichnet. Die höchste biologische Wirksamkeit besitzt das α-Tocopherol. Die anderen vorkommenden Tocopherole besitzen eine wesentlich geringere oder gar keine Wirksamkeit.

Die freien Tocopherole werden durch Luftsauerstoff schnell zerstört. Synthetisches Vitamin E wird deshalb durch einen Essigsäurerest stabilisiert, der im Pferdekörper abgespalten wird. 

 

Vitamin E ist ein biologisches Antioxidans, das die Zellmembranen vor Schäden, die durch aggressive freie Radikale verursacht werden schützt.

Diese Funktion scheint besonders bei Pferden unter Belastung wichtig zu sein, da dann die Konzentration von Peroxiden und Hydroxy-Radikalen erhöht ist.

Vitamin E soll einen positiven Effekt auf das Immunsystem haben.

Ein klarer Zusammenhang zwischen der aufgenommenen Menge Vitamin E und der Rennleistung konnte bei Vollblütern und Trabern nicht sicher nachgewiesen werden.

Bei den Versuchen von Peterson und Mitarbeitern konnte bei Pferden, die eine Vitamin E arme Ration (< 10 mg/kg)erhielten, zwischen der Gruppe, die im Renntraining war und bei untrainierten Pferden keinerlei Differenzen in der Stabilität der Zellmembranen festgestellt werden. 

Bei standardisierten Belastungsuntersuchungen wurde keine positive Reaktion auf die Zufütterung von Vitamin E festgestellt. Peterson kam zu dem Schluss, dass Pferde mindestens

4 Monate lang Vitamin-E armes Futter vertragen ohne Mangelerscheinungen zu zeigen.

 

 

Bedarf:

früher 15 mg/kg TS

Bei Rennpferden in den USA 80 mg/kg TS

  

Vitamin A (Retinol)

Vitamin A kommt im Körper als Vitamin A-Alkohol (Retinol), als Vitamin A-Aldehyd (Retinal) und als Vitamin A-Säure (Retinsäure) vor.

Der mengenmäßig bedeutendste Vertreter der Vitamin A Reihe ist das Retinol. Als Speicher und Transportform spielen Ester der Retinsäure, wie das Retinylpalmitat eine große Rolle.

Vitamin A wird durch Licht und Sauerstoff zerstört.

Die Versorgung der Pflanzenfresser mit Vitamin A erfolgt über die in Pflanzen enthaltene Vorstufe, die Karotine. Beta-Karotin, das Provitamin A, wird im Pferd in Vitamin A umgewandelt. Die Umwandlung geschieht zum größten Teil in der Darmschleimhaut. In der Mukosazelle wird das Retinol zu Retinylpalmitat verestert. Über die Lymphe gelangt das Retinylpalmitat in den Hauptspeicherort, die Leber. Auch in der Leber ist diese Umwandlung möglich. Die Leber speichert Vitamin A als Retinylpalmitat. Bei Bedarf wird das Palmitat gespalten und als Retinol an das Blut abgegeben. 

Am bekanntesten ist die Bedeutung des Vitamin A für den Sehvorgang.

Daneben schützt Vitamin A die Haut und Schleimhäute. 

Während der Vegetationszeit liegt Provitamin A im Überfluss vor. Bis zu 90% werden unverdaut wieder ausgeschieden.

Bei der Heugewinnung gehen leider 90% des im Gras vorhandenen β-Karotins verloren, die restlichen 10% werden bei der Lagerung weiter abgebaut. Im Februar enthält Heu kaum noch nennenswerte Mengen an β-Karotin.

Fohlen haben bei der Geburt keine Vitamin A Reserve. Ihre Vitamin A Versorgung  hängt ausschließlich von der Versorgung über die Muttermilch ab.  Werden die Fohlen im Winter geboren, und werden traditionell mit Heu und Hafer gefüttert kann, es besonders gegen Ende des Winters, wenn im Heu praktisch kein β-Carotin mehr enthalten ist, beim Fohlen zu Mangelerscheinungen kommen. Die Stuten und die anderen älteren Pferde können durch die in der Leber gespeicherten Vitamin A Reserven die Zeit der Mangelversorgung unbeschadet überstehen. Denn auch in der Natur stand im harten Winter der Steppen kein β-Karotin zur Verfügung.

Fohlen wurden in der Natur durch die durch das Tageslicht gesteuerte Rosse immer in die Vegetationsperiode geboren. Aber der Mensch weis eben alles besser.

 

Mangel an Vitamin A äußert sich in einer erhöhten Infektionsanfälligkeit der Haut und der mit Schleimhaut ausgekleideten Körperhöhlen. Dazu gehören der Verdauungskanal, der Atmungs-, der Harn-, und der Geschlechtsapparat. Wegen der fehlenden Vitamin A Reserve sind besonders Jungtiere von der erhöhten Infektionsanfälligkeit durch Vitamin A-Mangel betroffen.

Vitamin A ist auch an der Hormonproduktion am Ovar und der Nebennierenrinde beteiligt. Mangel führt deshalb auch zu Fruchtbarkeitsstörungen.

Vitamin A spielt auch im Knochenstoffwechsel eine Rolle. Der Umbau des wachsenden Knochens wird besonders stark gestört. Sind die Knochen der Gliedmaßen betroffen können Lahmheiten die Folge sein. Bei Entwicklungsstörungen der Schädelknochen und der Wirbel kann durch den Druck von Knochenzubildungen oder mangelhafte Ausprägung des Wirbelkanals auch das zentrale Nervensystem geschädigt werden.  

 

Die bei anderen Tierarten, besonders bei der Katze, vorkommende Vitamin A Vergiftung durch die Zufuhr hoher Dosen über eine lange Zeit sind beim Pferd  nur durch Gaben von über 1000 IE/kg Lebendmasse (eine Dose freiverkäufliches Vitamin A Ergänzungsfutter pro Tag über Wochen!)

 

Vitamin D (Kalziferole)

Von der ganzen Vitamin D Reihe sind physiologisch nur das Ergokalziferol (Vitamin D2) und

das Cholekalziferol (Vitamin D3) von Bedeutung. Als Vorstufe, und damit als Provitamin,

dient das in Pflanzen vorkommende Ergosterin und das bei Tieren vorkommende 7-Dehydro-

Cholesterin. Die Umwandlung in das eigentliche Vitamin kann nur durch UV-Strahlung

erfolgen.  Im Fall des 7-Dehydro-Cholesterin geschieht dies im Unterhautfettgewebe.

Über die Nahrung zugeführtes Vitamin D wird im Dünndarm resorbiert.

Die Speichermöglichkeiten von Vitamin D im Körper sind begrenzt. Überschüssiges Vitamin

D wird über die Niere ausgeschieden.

Vitamin D stimuliert in der Darmschleimhaut die Bildung eines Kalzium bindenden Proteins,

das unter Energieaufwendung für die aktive Aufnahme des Minerals aus dem Darm sorgt.

Vitamin D spielt auch eine Rolle bei der Bildung spezifischer Ribonucleinsäuren vermutlich

sogar von m-RNS .

Vitamin D wird in der Leber modifiziert und in der Niere endgültig in die biologisch

wirksame Form, das 1-25-Dihydroxy-Cholecalciferol umgewandelt. Die Niere wandelt also einen Stoff mit Vitamincharakter in ein Hormon um.

Über das Blut wird das Hormon an die Erfolgsorgane nämlich die Darmschleimhaut und das Knochengewebe gebracht.

In der Darmschleimhaut dringt das Hormon in die Zelle ein und wird an ein Rezeptorprotein gebunden und auf diese Art in den Zellkern eingeschleust. Dort aktiviert das Hormon ein Enzym das Boten-RNS produziert. Diese Boten-RNS verlässt den Zellkern und setzt in der Zelle die Produktion des calcium-bindenden Transportproteins in Gang. Das Protein verbessert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm. Die Konzentration von Kalzium steigt an. Der Blutspiegel reguliert die Produktion des Hormons. So ist ein fein funktionierender Regelkreis entstanden. 

Bei im Stall geborenen und gehaltenen Fohlen erhalten zuwenig UV Strahlen für eine ausreichende Vitamin D Synthese in der Haut. Als Symptome für den Mangel wurden geringe Futteraufnahme und mangelhafte Mineralisation des Skeletts mit Schmerzen beim Stehen festgestellt. Knochenverbiegungen oder gar die klassische Rachitis werden in der Pferdhaltung heute nicht mehr gesehen.      

Bei tragenden Stuten, die ständig Decken tragen oder die keinen Auslauf haben ist auch die Vitamin D Versorgung der Frucht gefährdet.

Bei erwachsenen Pferden fehlen Hinweise auf Vitamin D Mangel.

Pferde sind besonders empfindlich gegen Überdosierungen von Vitamin D. Nach Meyer genügt eine einmalige Dosis von 5000 IE/kg LM um chronische Gefäß- und Nierenverkalkungen hervorzurufen. Diese Menge wird bei einem Islandpferd schon durch eine Injektion von nicht einmal 20 ml eines hochkonzentrierten Vitaminkonzentrates überschritten!

 

 

Antivitamin: Actinomycin-D

 

Vitamin K

 

Das Vitamin K gehört wie die Vitamine der B-Gruppe zu den Wirkstoffen, die in den

gesamten Zellstoffwechsel eingreifen. Vitamin K ist für die Blutgerinnung (K =  Koagulation)

unentbehrlich.

Der Wirkstoff ist in großen Mengen im Futter vorhanden, wird aber auch von den

Darmbakterien in ausreichenden Mengen produziert, so dass Mangelerscheinungen  unter normalen Bedingungen nicht vorkommen.

Bei der Aufnahme von Futtermitteln oder Stoffen die Vitamin K Antagonisten enthalten (z. B. Cumarin) kann es zu einem relativen Vitamin K- Mangel kommen. Cumarinvergiftungen beim Pferd sind bekannt nach Aufnahme von schimmeligem Weißkleeheu oder von cumarinhaltigem Rattengift. 

 

 

 

 

Bedarf

 

Quelle

 

 

 

Tabelle 1 Gehalt von Vitamin E in Verschiedenen Futtermitteln

 

mg Gesamt-Tocopherol/kg

mg alpha-Tocopherol/kg

Gras (in derTrockensubstanz)

200 - 400

200 - 400

Luzernegrünmehl

190 - 250

180 - 240

Hafer, Körner

15 - 31

4 – 8

Gerste

2 - 6

1 - 3

Mais

4- 10

0,5 - 3

Weizenkeimöl

1700 - 5000

800 - 1200

 

 

Tabelle 2

 

Vitamine der B-Gruppe

Tagesbedarf/100kg Körpermasse

Thiamin

Vitamin

Erhaltung und Arbeit

Fohlen

Hochtragende und säugende Stuten

Riboflavin

4 mg – 8 mg

Pantothensäuregruppe

0,2 mg – 0,4 mg

Folsäuregruppe

Vitamin B6

Nikotinsäureamid

Biotin

Fettlösliche Vitamine

Vitamin D

5 – 10 IE/kg LM

15 IE/kg LM

 

 

Vitaminmangel

B 1 Giftpflanzen

 

Generell B

  1. Verdauungsstörungen
  2. lang andauernde orale Gabe von Antibiotika

 

 

Fettlösliche Vitamine

1.      Störungen der Fettverdauung

 

Vitamine sind für den Stoffwechsel und damit für die Gesundheit des Pferdes unerlässlich. Es darf aber nie vergessen werden, dass sie nur ein Glied in einer Kette von lebenserhaltenden Vorgängen sind.

Der Pferdhalter muss dafür sorgen, dass dem Pferdeorganismus ausreichend Vitamine zur Verfügung stehen. Gutes, staubfreies Futter mit ausreichend Vitamingehalt auch im Winter, sichert die Versorgung des Pferdes mit den Vitaminen A und E. Weidegang ohne Decke sorgt für genug Vitamin D. Die Bakterienflora in einem gesunden Verdauungskanal sorgt für eine ausreichende Bildung von Vitaminen der B-Gruppe. Regelmäßige Zahnkontrollen und Entwurmungen sowie gutes Futter schützen die Darmflora. Richtige Fütterungstechnik und ausreichend Bewegung ist für die Darmtätigkeit entscheidend. Durch Krankheitsvorbeuge kann der für die Darmflore problematische Langzeiteinsatz von Antibiotika minimiert werden.

Vitamine sind notwendig. Vitamine kosten Geld. Investieren sie es so, dass die Vitaminversorgung so erfolgt, wie es die Natur vorgesehen hat. Gesunde Pferde sind die Belohnung für Investitionen in eine gesunde Haltung. Gesundheit aus der Dose, auch wenn sie noch so teuer ist, wird es allen Versprechungen zum Trotz nie geben. 

 

Bilder: Adlerfarn

Tabellen 1 und 2

Power Point: Vitamingehalt von Futtermitteln